In Celle in Niedersachsen wurde ein totes Tier in einem Fluss gefunden. Als die Einsatzkräfte den Kadaver aus der Aller bargen, stellten sie fest, dass sie wahrscheinlich einen Wolf gefunden haben. Momentan laufen Ermittlungen zu dem Vorfall, nach derzeitigem Stand hat eine unbekannte Person das Tier absichtlich getötet.
Wolf schwimmt in der Aller – Illegaler Abschuss?
Einige Anwohner waren verwundert, als sie ein nicht identifizierbares Objekt in der Aller treiben sahen. Sie meldeten ihren unbekannten Fund der Polizei. Bei dem Einsatz fanden Beamte die ausgewachsene tote Wölfin, die etwa 35 Kilogramm wiegt, tatsächlich in dem Gewässer. Ein Detail stach dabei besonders ins Auge: Das Raubtier ist nicht nur allem Anschein nach durch eine Schussverletzung gestorben. Zusätzlich hat der mutmaßliche Täter dem Wolf auch einen seiner Fangzähne entfernt. Möglicherweise handelt es sich dabei um illegale Trophäe.
Ist die Jagd auf Wölfe in Deutschland erlaubt?
Der Abschuss vom Wolf gilt als Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, nur in besonderen Ausnahmefällen ist die Entnahme nach jetzigem Stand möglich. Durch die Absenkung des Schutzstatus in der Berner Konvention von „streng geschützt“ auf „geschützt“ könnte sich dies in Zukunft ändern. Durch das dadurch mögliche Wolfsmanagement könnten vor allem Tierhalter und Landwirte entlastet werden, die sich momentan durch Risse bedroht sehen. Da diese Änderung bisher allerdings nicht realisiert wurde, laufen nun die Ermittlungen. Neben der Polizei sind auch der Landkreis Celle sowie das zuständige Wolfsbüro in die Aufklärung des Falls involviert.
Wie viele Wölfe gibt es in Niedersachsen?
In den letzten Jahren haben sich Wölfe in Deutschland immer weiter verbreitet. Momentan leben in Niedersachsen Schätzungen zufolge etwa 600 Wölfe – nach Auffassung der Landesregierung Niedersachsen ist der Wolf damit nicht vom Aussterben bedroht. Ob dies auch dazu beiträgt, dass bald die Bejagung der Tiere möglich wird, bleibt abzuwarten. Derweil kommt es auch in Niedersachsen immer wieder auch zu Totfunden. Zwölf davon gab es im letzten Quartal des vergangenen Jahres. Die häufigste Todesursache stellen Verkehrsunfälle dar. Aber auch natürliche Tode oder – wie in diesem Fall – illegale Abschüsse sind Teil der Statistik.