Luchs im Harz: Leidet die Population unter Inzucht?

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© Unsplash/Frida Lannerstrom

Vor etwa 25 Jahren sind die ersten Luchse im Harz ausgewildert worden. Nachdem die Tiere im 19. Jahrhundert ausgerottet wurden, hat sich der Bestand der Raubkatzen laut dem Nationalpark in den letzten Jahren insgesamt gut entwickelt. Dennoch hat der Luchs Probleme: Der Bestand ist langfristig durch Inzucht gefährdet.

Der Luchs siedelt sich erfolgreich im Harz an

Der Nationalpark Harz hat am Montag (31. März 2025) über den Luchsbestand berichtet. Demnach seien die Tiere inzwischen nicht nur in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs. Auch durch Thüringen und Hessen streifen die Tiere inzwischen. Nachdem der Luchs um 1850 durch starke Bejagung komplett aus Deutschland verschwand, kam es seit dem 20. Jahrhundert zu immer häufigeren Ansätzen, die Tiere wieder auszuwildern. Zwischen den Jahren 2000 und 2006 wurden auch im Harz 24 Luchse ausgewildert – und insgesamt zeigte das Projekt Erfolg. Insgesamt schätzen Experten, dass die Population im Harz aus etwa 120 Individuen besteht.

Der Luchs breitet sich im Harz aus – dennoch fehlt die genetische Diversität

Besonders in den letzten Jahren stiegen die Zahlen. Im Jahr 2023 sollen mindestens 20 Luchskatzen Nachwuchs bekommen haben – und das nur in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Neben der Population im Harz gibt es in Deutschland noch weitere Reviere im Bayerischen Wald sowie im Pfälzerwald.
Und genau diese Populationen sind nun von enormer Relevanz. Denn langfristig gefährdet Inzucht die Population im Harz. Die Vernetzung mit Tieren aus anderen Gebieten würde die genetische Diversität fördern. Daher werden nun beispielsweise auch im Thüringer Wald und in mehreren hessischen Wäldern neue Luchse angesiedelt.

Vernetzung essenziell für den Bestand der Luchspopulation

Dadurch können sich besonders kleine Luchspopulationen vernetzen, die sonst besonders stark durch genetische Verarmung gefährdet sind. Und auch für die Luchse aus dem Harz wäre damit der Weg zu weiteren Artgenossen geebnet. Durch die Infrastruktur in Deutschland sind Wildtierpopulationen allerdings auch bei noch höheren Beständen voneinander getrennt – das ist beispielsweise einer der Gründe, warum es vielerorts zur genetischen Verarmung von Rotwild kommt.

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