Eigentlich konnten die Fischzüchter und Teichwirte in Bayern aufatmen: Unter bestimmten Umständen war in Bayern seit wenigen Monaten der Abschuss vom Fischotter erlaubt. Die Verbreitung des Wassermarders stellt eine immer größere Gefahr für Fische, aber auch Vögel und Amphibien in der Nähe von Teichen dar. Dem wollte das Land mit den geregelten Abschüssen entgegentreten. Nun klagen allerdings Tierschutzorganisationen – droht den Teichwirten nun, dass der Beschluss kippt?
Fischotter bedroht Fische, Vögel und Amphibien
Seit dem 14. Februar können in Oberfranken Anträge gestellt werden, die die Entnahme einzelner Fischotter ermöglichen. Der Abschuss von bis zu zehn Tieren pro Jahr ist durch eine Allgemeinverfügung erlaubt. Eigentlich soll diese Regelung sowohl die Teichwirtschaft als auch die örtliche Fauna entlasten. Denn die Fischotter jagen neben den Fischen auch teils bedrohte Vögel und Amphibien an den Teichen.
Fischottermanagement: Tierschutzorganisation klagt gegen neue Regelung
Nun könnte diesen Maßnahmen allerdings ein Riegel vorgeschoben werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt nun gegen die Verfügung. Die Organisation ist der Meinung, dass es andere Lösungen gebe, um die Teiche vor den Fischottern zu schützen – trotz der großen Verzweiflung der Betroffenen. Das scheint für die DUH allerdings nicht im Vordergrund zu stehen, weswegen sie am Freitag, den 14. März, ihre Klage vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth eingereicht hat.
Der Umgang mit dem Fischotter: Alternativen bisher nicht immer hilfreich
Und damit nicht genug: da die jetzige Klage keine aufschiebende Wirkung hat, will die DUH nun zusätzlich ein Eilverfahren einleiten. Außerdem prüft die Organisation, ob eine weitere Klage möglich ist, die Abschüsse in ganz Bayern verhindern würde. Statt der Entnahme nennt die DUH alternative Lösungen, um mit dem Fischotter umzugehen. So sollen unter anderem Elektrozäune oder Ablenkteiche zum Einsatz kommen. Teichwirte und Fischzüchter berichteten allerdings schon in der Vergangenheit, dass derartige Maßnahmen schwer umsetzbar sind, nicht immer Wirkung zeigen und große finanzielle Belastung mit sich bringen.
Der Konflikt um den Fischotter und dessen Entnahme ist nicht neu. Teichwirte sehen sich durch die Verbreitung des Raubtiers wirtschaftlich bedroht, gleichzeitig stellt sich die Frage danach, ob die Fischotter selbst oder die von ihnen bejagten Tierarten schützenswerter sind.