Der Biber sorgt für Unruhe in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Das streng geschützte Nagetier hatte hier einen Damm gebaut – diesen haben Unbekannte nun allerdings zerstört. Damit begingen die Täter nicht nur eine Straftat, sie lösten auch eine Kettenreaktion aus. Denn die Tiere sahen sich nach der Zerstörung ihres Damms gezwungen, umzuziehen – der neue Damm sorgt für große Probleme für die Stadt.
Biber-Damm in Dessau-Roßlau zerstört
Mitte Januar 2025 wurden einige Anwohner im Pappelgrund, einem Wohnblick in Dessau-Roßlau, unangenehm überrascht: Mehrere Keller standen plötzlich unter Wasser. Der Grund? Ein neuer Biberdamm. Diesen bauten die Tiere, weil unbekannte Täter den ursprünglichen Damm zerstörten. Unter dieser Tat leiden nun also nicht nur die Tiere selbst.
Zerstörung von Damm: Hohe Geldstrafen und fatale Folgen
Bei dieser Tat handelt es sich um kein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat. Der Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz kann mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Neben Folgen für die Stadt nehmen die Täter also auch mögliche rechtliche Folgen in Kauf.
Bislang löste der ursprüngliche Biberdamm keine Probleme für die Stadt und ihre Anwohner aus. Das Zusammenleben zwischen Biber und Mensch funktionierte in der Stadt, die inmitten einer Auenlandschaft an der Elbe liegt und damit den perfekten Wohnraum für die Nagetiere darstellt, ohne weitere Zwischenfälle. Dadurch gibt es in der Stadt etwa 90 Biber-Reviere, 70 davon sind laut MDR tatsächlich besetzt.
Wut auf den Biber? Unbekannte Täter bringen Natur aus dem Gleichgewicht
Nun haben die Unbekannten dieses Gleichgewicht allerdings mit der Zerstörung des Biberdamms gekippt und damit große Schäden verursacht. Zum einen bedeutet die Situationen für die Tiere selbst, welche sich eigentlich in der Paarungszeit befinden, großen Stress. Um dieses Problem zu lösen, errichteten die Nager einen neuen Damm. Dieser befindet sich nun allerdings so nah an dem Wohngebiet, dass es dort zu einem erheblichen Grundwasser-Anstieg von bis zu 60 Zentimetern kam. Die Folgen sind fatal: Nasse Keller führen zu Schäden an Gebäuden und gelagertem Besitz.
Die Naturschutzbehörde Dessau-Roßlau bemüht sich nun, die Folgen dieser Kettenreaktion im Zaum zu halten. Dafür werde wöchentlich der neue Staudamm kontrolliert und Einbauten entfernt, um die Stelle für den Biber weniger attraktiv zu machen. Die Hoffnung ist, dass der Nager sich schnell ein neues Revier sucht, welches weniger Probleme für die Anwohnerschaft mit sich bringt.