Wilderer in Deutschland: Wo die Straftäter zur Plage werden

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© Unsplash/Andrea Ferrario

Wildtiere werden immer häufiger Opfer unglücklicher Umstände. Sei es die hohe Gefahr für Wildunfälle auf den deutschen Straßen oder die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest – bedauerlicherweise gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Tiere qualvoll umkommen können. In Mecklenburg-Vorpommern häuft sich nun tragischerweise eine besonders schamlose Todesursache: Die Zahl der Wilderer steigt.

Auch hohe Strafen halten Wilderer nicht auf

Wilderei ist in Deutschland strafbar. Das illegale Töten von Wildtieren kann in Mecklenburg-Vorpommern bis zu drei Jahre Haft zur Folge haben. In besonders schweren Fällen wird Wilderei sogar mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet. Das scheint die Wilderer in dem Bundesland im Norden Deutschlands allerdings nicht zu stören.

Denn wie die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zeigt, sind die Wilderei-Zahlen drastisch gestiegen. 2024 gab es einen Anstieg von 60,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch prozentual zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab. Während 2023 von 970 Fällen von Umweltkriminalität etwa ein Viertel Wilderei-Fälle waren, war es im Jahr 2024 schon ein Drittel der Fälle: Von 1085 Umweltkriminalitäts-Fällen waren 365 Stück Wilderei.
Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann schwer abgeschätzt werden – auch ist unklar, ob tatsächlich mehr Menschen zu Wilderern werden oder es sich um Wiederholungstäter handelt. Denn oft handelt es sich um bloße Zufallsfunde, anhand derer Wilderei erkannt werden kann. Hundeführer, Spaziergänger oder Jäger finden dann die toten Tiere und melden diese dann. Und auch dann kann nicht in jedem Fall sicher Wilderei nachgewiesen werden – manchmal bieten die Überreste der Tiere keine ausreichenden Informationen.

Wilderei in Deutschland: Auch der Wolf wird illegal getötet

Neben Hirschen, Rehen oder Wildschweinen wird ein ganz bestimmtes Tier in den letzten Jahren ebenso immer wieder Opfer von Wilderei: Die Wilderer haben es auch den Wolf abgesehen. Das geht aus der der Statistik der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervor. Von 73 bisher tot aufgefundenen Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern sind 12 Stück Wilderern zum Opfer gefallen. Sechs weitere Todesfälle von Wölfen sind unklar und zwei Fälle noch in der Bearbeitung. Wie viele Wölfe und andere Wildtiere Wilderer nun also tatsächlich illegal töten, ist nicht abschließend geklärt.

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